Mein Waldkind

+++ Mein Waldkind +++

Mein Waldkind trifft sich gut gelaunt jeden Morgen mit etwa zwanzig anderen Kindern am Waldrand. Die Erzieherinnen nehmen die kleinen Zwerge in Empfang. Die Kleidung ist je nach Wetterlage ausgerichtet. Bei Regen und Kälte meist mehrlagig. Auch im Sommer wird auf langärmelige T-Shirts geachtet, wegen stechender und beißender Insekten.

Zur Einstimmung bilden die Kinder und Erzieherinnen einen Morgenkreis. Hier wird gesungen und getanzt was das Zeug hält.

Bevor die Zwerge den Wald erobern, werden zunächst die Waldregeln besprochen:

Es darf natürlich nichts was dort liegt oder wächst in den Mund gesteckt werden.Keine Beeren, auch wenn Sie noch so verführerisch und lecker aussehen, keine Pilze und auch keine Käfer, Würmer und sonstiges Getier. Die Eroberung des Waldes hat immer in Sichtweite der Erzieher zu erfolgen. Hauen und Schubsen geht natürlich auch nicht.

Erst wenn alle Kinder verstanden haben, kann es losgehen. Schnell wird aus einem Baumstumpf ein großer Bus, ein Motorrad oder eine Werkbank. Hinter dem großen Strauch ist die Küche. Einige Kinder sammeln kleine Stöckchen und herabgefallene Blüten, denn es gibt heute Spaghetti mit Gemüsebeilage :).

Versteckspiel ist auch immer sehr beliebt. Knete zum matschen und formen findet sich zwischen den Baumwurzeln umgeknickter Bäume. Regelmäßig werden die Kinder durchgezählt.

Es gibt ein gemeinsames Frühstück, das die Kinder in einem Rucksack von zuhause mitbringen. Gesund sollte es sein.Und vorher ist natürlich Hände waschen angesagt.  In einem Bollerwagen wird alles transportiert, was die Gruppe am Tag so braucht: Tee, Wasser, Bücher zum vorlesen usw. Spielzeug stellt die Natur zur Verfügung und ist da sehr verschwenderisch. Es gibt immer Neues zu entdecken.

Nur wenn das Wetter mal ganz schlecht ist, gibt es den Aufenthalt drinnen.
Dazu dient ein alter Bauwagen oder ein Zelt.

Der Wald als Kindergarten, soviel ist klar, fördert in besonderer Weise die Kreativität der Kinder. Sie können sich dort besonderen Herausforderungen stellen und entwickeln eine gute Grob- und Feinmotorik.

Die Kinder erfahren die Natur in ihrer Vielfalt, lernen sie mit allen Sinnen wahrzunehmen.

In Deutschland gibt es etwa 300 Waldkindergärten. Der erste wurde bereits 1969 gegründet. Seinen Ursprung hat er in Dänemark, wo Ella Flatau mit ihren vier Kindern und Nachbarskindern um 1952 viel Zeit im Wald verbrachte.

Die Durchführung eines Waldkindergarten erfordert oft privates Engagement der Eltern, die teilweise auch mit anwesend sind. Die Verantwortung der Erzieher ist nicht zu unterschätzen. Deshalb sind situationsbedingte  Regeln für die Kinder unerlässlich.

Dies macht der Freude keinen Abbruch; denn alle Kinder gehen am nächsten Morgen wieder mit Begeisterung ins nächste „Abenteuer Wald“.

+++ Mein Waldkind +++

Posted in Mein Waldkind
Tags: ,

Schreibe einen Kommentar

Button anzeiegn
Button verbergen