Das sagt die Evolution

+++Glückliches Kind-Glückliche Eltern+++

Was ein Kind vor allem Anderen braucht ist die unmittelbare Nähe und Wärme der Bezugsperson. Menschenbabys sind weder Nestflüchtlinge, wie zum Beispiel Fohlen, noch Nesthocker wie Hundebabys.

Menschenbabys sind von Natur aus Traglinge, da sie sich noch nicht allein fortbewegen können. Sie sind also uneingeschränkt auf die Hilfe der Bezugsperson angewiesen. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn es die Mutter nicht mehr fühlt und einfach ins Bettchen gelegt wird, dass es erst einmal anfängt zu schreien. Ohne den Körperkontakt fühlt es sich in Gefahr. Bei einem Tragling besteht das Grundbedürfnis nach direktem Kontakt zu den Eltern und hat nichts mit Verwöhnen zu tun. Es ist im Gegensatz zum Nestflüchter, der allein neben der Mutter herläuft, absolut auf die Bezugsperson angewiesen.

Für einen Tragling ist die Situation, seine Bezugsperson nicht zu spüren, eine frustrierende Erfahrung. Das Gehirn schaltet auf ein Notfallprogramm um. Dies kann  zu Verzögerungen der Gehirnentwicklung führen und das Kind lernt nicht, mit Stress umzugehen.

Wie nimmt ein Säugling seine Umwelt wahr?

Auch müssen wir bedenken, dass ein Neugeborenes ,zu seinem eigenen Schutz vor unbekannten äußeren Reizen, in seiner Sinneswahrnehmung noch nicht ausgereift ist. Die Seh-und Hörfunktion bildet sich  zwar schon früh aus, aber es dauert einige Zeit bis das Gehörte und Gesehene strukturiert wahrgenommen und verarbeitet wird. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Babys den Körper der Bezugsperson spüren, um sich sicher zu fühlen, wie es zum Beispiel beim Tragen im Tuch der Fall ist.

Aus dieser sicheren Position heraus kann der Säugling seine Welt entdecken und nimmt diese bewusster wahr, als allein  im Bett oder Kinderwagen. Es ist alles vorhanden, was Baby braucht: Nähe und Körperkontakt, Nahrung; und es kann sorglos einschlafen, wenn es müde ist.

Auch nachts wird das Kind an Ihrer Seite zufriedener schlafen.

Wir brauchen uns also keine Sorgen machen, dass wir unser Kind zu sehr verwöhnen. Im Gegenteil, in diesem geschützten Rahmen kann es sich besonders gut entwickeln. Soziale Interaktionen mit seiner Umwelt machen es reifer, und es hat dann bald das Bedürfnis seine Welt ohne Körpernähe zu entdecken. Es kommt dann ganz natürlich in eine neue Entwicklungsphase.

Sollten Sie also ein Schrei-Baby haben, bedenken Sie was Ihr Kind jetzt braucht. Und das ist zuerst einmal der Körperkontakt, es spürt Ihre Atmung und bewegt sich mit dieser Atmung mit. Sie bewegen sich, es bewegt sich mit. Aus dieser Einheit heraus, entwickelt es sich ganz sanft zum Ich. Es geht gestärkt in die nächste Phase seiner Entwicklung.

Prof. Dr. med. Karl Heinz Brisch, Arzt für Kinderpsychologie beschreibt in seinen Büchern die Zusammenhänge von mangelnder frühkindlicher Bindung und psychischen Störungen, beginnend in der Kindheit bis hin zum Erwachsenen. In seinem Buch „Safe“ geht er intensiv darauf ein.

 

 

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